Oder: mit frischer Energie weiter machen. Ich glaube jeder schaffende Mensch kennt mindestens eines dieser Probleme: Das leere Blatt. Das leere Skizzenbuch. Der leere Kopf. Manchmal hilft eine kleine Pause, ein Spaziergang oder ein netter Abend. Aber was, wenn die Blockade schon Tage oder Wochen andauert? Wie kann man ein gestalterisches Tief , ein sogenanntes Kreatief, überwinden? Meine individuelle Antwort lautet …

 

… es gibt keine allgemeingültige Lösung. Bäm! Raus ist es. Ich habe kein Rezept für dich, das du nachkochen kannst und danach denkst du dir alle weiteren Rezepte selber aus. Sorry. Aber ich habe ein paar Tipps und auch konkrete Ideen.

Allgemeine Tipps

Mit Routinen brechen

Vielleicht bin nicht ich schuld, sondern das Blatt.“
Das ist wirklich mein wichtigster Tipp. Wenn ich vor einem weißen Blatt sitze und es passiert nichts – vielleicht bin nicht ich schuld, sondern das Blatt? Mit der Routine zu brechen heißt, die Perspektive zu wechseln und die Spielregeln zu ändern. Wie wäre es mit einem größeren oder einem kleineren Blatt? Vielleicht ein Laubblatt? Kann man eigentlich mit Tee malen?

"Wenn diese Hand nicht malt, dann bemale ich die Hand."

„Wenn diese Hand nicht malt, dann bemale ich die Hand.“

Routinen schaffen

Hach .. ich liebe diese Gegensätze! Tatsächlich ist es aber so, dass die „Angst vorm weißen Blatt“ schwindet, wenn man es täglich sieht. Sycra [YouTube] hat in einem seiner Videos gesagt, dass er irgendwann begonnen hat, täglich zu zeichnen. Manchmal, wenn er gar keine Lust gehabt hat oder krank war, hat er einfach „nur“ einen Strich gemacht. Wirklich geholfen habe ihm, rückblickend sagen zu können: „Ich bin jemand, der täglich zeichnet!“ Meiner Meinung nach ist das eine sehr gesunde Einstellung. Denn dadurch wird das Ziel, täglich zu Zeichnen, erreichbar.

Die Sache mit der Routine ist, dass sie es ermöglicht an Problemen zu wachsen. Wer täglich Hände zeichnet, wird bei einer Aufgabe, die diese Fähigkeit benötigt, wahrscheinlich maximal entspannt sein. Schwierig wird es für jemanden, der seine Hände gerne außerhalb vom Bild oder hinter weiten Röcken platziert und generell wenig zeichnet.

Natürlich kann man sich nicht auf alles vorbereiten, denn dann wären wir ja alle über Nacht Meister. Es geht viel mehr darum, damit umzugehen, dass selten alles perfekt klappt und die Perspektive zu entwickeln, dass es immer eine Lösung gibt.

Druck (erzeugt Gegendruck)

Manchmal hilft ein gewisser Druck von Außen, um voran zu kommen. Deadlines sind so ein Beispiel. Ist das Ziel in Aussicht, kann man mit mehr Energie darauf hinarbeiten. Setze dir Termine!

Allerdings kann Druck auch genau das Gegenteil bewirken: eine Blockade. Das ist sehr individuell und hängt auch immer von den eigenen Zielen ab. Ich finde Wettbewerbe zum Beispiel super motivierend. Allerdings schaffe ich es manchmal, mir zu viel aufzuhalsen und zu wenig Zeit für eigene Projekte zu haben. Das führt bei mir dann gelegentlich zu Frustration.

Auch deine Erwartungen an dich selber sollten realistisch sein.

Mut

Was hat Mut damit zu tun, ein Kreatief zu überwinden? Ganz einfach – vielleicht hilft es dir, deine aktuelle Stimmung zu malen. Dazu kann eine gehörige Portion Mut gehören, wenn man das nicht gewohnt ist. Ein Kreatief ist meist nicht begleitet von der absoluten Hochstimmung. Es ist ein innerer Konflikt, der oft begleitet ist von Frustration über sich selber oder aber vielleicht auch die Umwelt.

Wir leben aber in einer Gesellschaft, die Negatives nicht akzeptiert und immer abgespaltet betrachtet. Alles muss funktionieren und zwar bitte auf Knopfdruck. Gesund ist das nicht – der Mensch ist schließlich keine Maschine. Deshalb möchte ich dich ermutigen, das Zeichnen zu nutzen, um deine Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Das tut oft auch der Seele gut! smile

It's just as deep as our soul. Focus kid. Focus deep down. Where your dream lies. Grab it. Hang on to it. Breath in the thick fluid the dream created. It means nothing. And it means everything. Just like when you are awake.

It’s just as deep as our soul.
Focus kid. Focus deep down.
Where your dream lies.
Grab it. Hang on to it.
Breath in the thick fluid the dream created.
It means nothing. And it means everything.
Just like when you are awake.

Inspirieren lassen

Das Internet bietet wirklich ein bodenloses Fass der Inspirationsquellen. Von Pinterest über Tumblr zu Deviantart und Facebook und weiß-der-Geier-nicht-was-noch. Pinterest bietet zum Beispiel über sogenannte „Pinnwände“ die Möglichkeit Bilder zu unterschiedlichen Themen zu sammeln. So lassen sich sehr einfach Moodboards erstellen.

Aber auch ohne Internet gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Inspiration. Ein Spaziergang mit Kamera oder Skizzenbuch bewaffnet und einem offenen Blick kann auch neue Ideen wachsen lassen.

Meiner Meinung nach ist es übrigens absolut okay, coole Fotos abzuzeichnen, oder Bilder von Lieblingskünstlern. Wichtig ist, dass du es als Übung siehst und die Quellen kennzeichnest. Ideen anderer als die eigenen auszugeben oder sie komplett zu kopieren ist nicht nur uncool, sondern strafbar!

Entspannung, zu sich selber finden

Manchmal kann es einem schwer fallen in der schnelllebigen Gesellschaft noch zu wissen, was man eigentlich selber möchte. Oder aber zu viel Druck sorgt dafür, dass vor lauter Gedanken kein klarer Strich auf dem Papier landet.

Es muss übrigens keine stundenlange Meditiation sein. Kurze Entspannungsübungen können schon helfen, den Geist wieder frisch zu machen. Schlagwörter, die dir weiter Helfen sollten wären: Autogenes Training und progressive Muskelentspannung. Dazu braucht es auch nicht unbedingt ein YouTube-Video oder eine MP3.

Sport kann eine ähnliche Wirkung haben. Ich merke an meinen Sport-Tagen eine höhere Produktivität!

Eine Pause

Es hat keinen Sinn, dich selbst zu quälen. Vielleicht geht es aktuell einfach wirklich nicht. Dann solltest du nicht zu lange vor deinem leeren Blatt sitzen und in Selbstmitleid versinken (außer du nutzt diese Energie, um mutig zu sein *g*). Raus aus der Hütte und rein in’s Getümmel. So eine Pause fällt unter „Routine brechen“, sollte der Blick auf’s leere Blatt zu einer eben solchen geworden sein.

Konkrete Ideen

Es gibt wirklich viel, das man tun kann, wenn man zeichnen will, aber einfach keine Ideen hat. Ich glaube, dass da jeder seinen eigenen Geheimtrick kennt. Was machst du so?

Andere Bilder abzeichnen

Manchmal braucht es ein wenig Starthilfe, um den eigenen Motor in Gang zu bringen. Such dir ein Foto oder eine Zeichnung, die du  umsetzen möchtest. Wichtig: Hierbei geht es nicht darum, andere Bilder abzuzeichnen und dann als das eigene auszugeben. Es ist daher sehr wichtig, die Quelle gut sichtbar anzugeben!

Wichtig ist, dass du beim Zeichnen sehr sensibel darauf achtest, wertfrei dir gegenüber zu bleiben. Dafür habe ich ein paar mögliche Regeln – auch für den Spaßfaktor – zusammengetragen.

Hilfreiche Ideen

  • Arbeite so lange an dem Bild, bis du zufrieden bist. Höre erst dann auf. Vielleicht musst du es dazu abändern.
  • Nach Abschluss des Bildes kein weiterer Vergleich mit der Referenz.
Für Abwechslung & Spaß

  • Zeichne das Bild mit der ungeübten Hand. Fahre ggf. mit der rechten Hand fort.
  • Ändere die Proportionen der Referenz (dick/dünn, groß/klein, …)
  • Suche 6 unterschiedliche Bilder, die du nummerierst. Suche nun pro Bild ein Element für … Kopf, Rumpf, Arme und Beine.
  • ..

Anderen beim Zeichnen zuschauen

Auch hier ist das Internet außerordentlich hilfreich. Nicht nur auf YouTube finden sich zahlreiche Videos. Auch LiveStreams (z.B. Picarto.tv) ermöglichen es, direkt anderen Zeichnern über die Schultern zu schauen. Zum Einen gibt es neue inspirierende Bilder zu entdecken, aber auch neue Techniken zum austesten.

Blind zeichnen

scan2_005Von dieser „Technik“ bin ich absolut überzeugt. Meiner Meinung nach ist es unglaublich auflockernd, befreiend und erheiternd. Das ist natürlich DIE perfekte Kombination gegen ein Kreatief!

Es kann allerdings schwer sein, sich darauf einzulassen. Am Besten versuchst du es einfach mal. Diese Übung dient er Auflockerung. Du kannst daher ein paar „konkrete“ Formen zeichnen und dann zu abstrakten Scribbles übergehen – was erkennst du auf dem Blatt? Hiermit kannst du arbeiten.

Du brauchst:

  • Ein Blatt
  • Einen Stift (sollte nicht verschmieren)
  • Eventuell einen Karton
So geht’s:

  1. Blatt positionieren, Stift in die Hand nehmen
  2. Blick starr geradeaus/zur Seite
  3. Loszeichnen

Solltest du Probleme haben, nicht auf’s Papier zu schauen, halte mit der anderen Hand einen Karton unter dein Kinn. Das Papier solltest du dann mit einem Klebeband fixieren.

Ich hoffe sehr, dass dir dieser Beitrag hilft oder geholfen hat.

Erzähl mir doch von deinen eigenen Erfahrungen! Was machst du, um auf neue Ideen zu kommen?

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