Eben habe meinen kleinen Aquarell-Papiertest vom Mai 2011 wieder entdeckt. Er ist sehr einfach gehalten, hilft aber hoffentlich doch ein wenig weiter.

Papiere

Der Papiertest enthält neben Aquarellpapieren auch Acryl-, Zeichen- und NoName-Papiere: Ami, Canson, Boesner, Fabriano, Hahnemühle, Winsor & Newton, No-Name

So habe ich damals getestet

Achtung – das ist ein alter Text wink

  • 3 Schminke-Farben (213 Chromgelb, 481 Coelinblauton, 524 Maigrün) im Verlauf. Ich kann das nicht so gut, wie man sieht, aber man kann glaub ich ganz gut die Charakteristika der einzelnen Papiere und deren Fließverhalten erkennen/unterscheiden.
  • Darunter ein Bleistiftverlauf (1-2B). Man erkennt klar: die harten und stark strukturierten Papiere eignen sich gar nicht. Weiche strukturierte Papiere sind besser bis gut geeignet und sehr gut eignen relativ glatte (Zeichen) Papiere.
  • Rechts oben: lassierendes Schwarz, oberflächlich eingetrocknet und angelöst. Oberflächlich eingetrocknet ist, wenn das Papier den Glanz verliert.
  • Rechts darunter: deckendes Schwarz, wesentlich länger getrocknet (optimalerweise durchgetrocknet). Anschließend so gut wie möglich angelöst und abgetragen.

Der Test

Aquarell-Papiertest

Aquarell-Papiertest

Meine Bewertung

Bitte beachtet, dass das eine Bewertung entsprechend meines Zeichenstandes von 2011 ist. Mittlerweile verwende ich keines der Papiere mehr (hin und wieder Fabriano).

  • Mein Favorit bleibt, lustiger weise, das „Smooth“ W&N-Papier. Farbverteilung und Wiederanlösbarkeit sind so, wie ich mir das vorstelle. Außerdem ist es glatt genug, um auch ansprechende Bleistift- und Buntstiftzeichnungen darauf zu machen. Vergleichbar fand ich hier nur das heiß-gepresste Fabriano und das W&N gummiert, welche mir beide vom Aquarellieren her nicht so gefallen haben.
  • Das Boesner-Papier (zweites Papier in der ersten Reihe) ist kaputt, da es die Farbe abweist (Farbe perlt ab!). Ich habe es nicht anders gelagert oder behandelt, als andere Papiere.
  • Bis auf Cézanne sind alle Papiere von Hahnemühle sehr gut, besonders was die Anlösbarkeit betrifft.
  • Das Fabriano Hot-Pressed kann ich nicht empfehlen, die Farbe löst sich sehr fleckig ab und der Farbverlauf war hier irgendwie fast am Schwierigsten. Die kaltgepresste Variante hat eine schöne Struktur und löst normal an, eignet sich aber nicht zur Kombination mit Stiften.
  •  Mit dem W&N „gummiert“ kam ich irgendwie auch nicht so zurecht.
  • Beim Hahnemühle „D’Aqua“ kam es mir so vor, als würde die Farbe extra lange zum Trocknen brauchen. Das kann für bestimmte Techniken ein Vorteil sein.
  • Das Hahnem. Echtbütten „Hahnemühle“ hat eine sehr ansprechende Struktur und Farbverteilung.
  • Das Torchon von Hahnem. ist unter den Aquarell-Papieren hier subjektiv betrachtet definitiv das weißeste. Dadurch wirken die Farben im direkten Vergleich sehr leuchtend.

 

  • Bei den ganzen weiteren strukturierten Aquarellpapieren würde ich kaum größere Unterschiede feststellen – abseits der Papierfarbe und Struktur!
  • Die ganzen billig-Papiere sind zu dünn und haben eine seltsame Struktur (punktiert), außerdem wirken sie sehr gräulich, was auch allen Farbtönen sehr schadet, vor allem aber den warmen Farben, beim Gouache-Block bilde ich mir ein, dass das Blau kräftiger wirkt.
  • Das billige Zeichenpapier (von Folia) ist im Vergleich zum Austria Zeichenkarton nicht zu gebrauchen. Drei halbtrockene Pinselzüge und es löst sich auf.

Allgemein muss ich sagen, dass von den teuren Papieren keines wirklich „schlecht“ ist und bestimmt jedes davon Vor- und Nachteile hat, die dem einen oder anderen zusagen. Einzig von den billigen Blöcken würde ich abraten, da sie entweder kein schönes Grund-Weiß haben, die Farbe zu stark saugen (in den meisten Fällen), oder seltsame Strukturen haben.
Mit dem Fabriano „HotPressed“ hab ich jahrelang gearbeitet und es für wirklich toll erklärt.

css.php