Schon öfter habe ich versucht mir anzugewöhnen täglich den Stift zu schwingen. Jeden Tag ein neues Bild zeichnen – das ist eine Herausforderung. Gescheitert ist es dennoch immer wieder an meinen eigenen Ansprüchen. Trotzdem habe ich es wieder versucht. Seit Mitte Dezember klappt das mit dem täglich Zeichnen auf jeden Fall supergut.

Um meine Tipps und Kniffe und bisherigen Bilder geht hier! smile

Tipps fürs tägliche Zeichnen

Mit den eigenen Erwartungen am Boden bleiben

Es ist unrealistisch nach langen Arbeitstagen oder mit 39 Grad Fieber noch große Meisterwerke zu vollbringen. Deshalb sollte es auch okay sein, mal etwas einfachere Zeichnungen anzufertigen. Es geht darum eine Gewohnheit aufzubauen und dazu ist es erstmal wichtig motiviert zu bleiben. Was motiviert? Erfolge! Wie schafft man Erfolge? Mit kleinen Schritten.

Viele Extrem-Diäten scheitern und führen zu Jojo-Effekten, weil sie auf lange Sicht nicht durchführbar sind. Wer nie Sport gemacht und sich täglich von Pizza ernährt hat, wird in der Regel auf die Nase fallen, wenn er von heute auf morgen jeden Tag 2 Stunden joggen und sich von Salat ernähren möchte. Ja, ich denke, der Vergleich trifft es ganz gut. Es ist viel leichter, Veränderungen in kleinen Schritten anzugehen. Das soll übrigens nicht heißen, dass die Blitz-Veränderung nie funktioniert. Es ist nur wirklich sehr schwierig.

Ich habe mir zum Beispiel schwer getan mit der Inktober-Challange (hier geht es darum, im Oktober jeden Tag ein Bild mit Tusche zu erstellen), weil meine Erwartung war 31 fertig ausgearbeiteten Bilder zu erstellen, wie unten. Für diese Bilder habe ich jedoch jeweils 2-4 Stunden gebraucht. Das ist Zeit und Energie, die ich nicht jeden Tag habe.

Mut zum Scheitern!

Was – ich will ja etwas schaffen, wieso soll ich dann bewusst scheitern?

Bestimmt fragst du dich, warum ich für meine Challange den Mut zum Scheitern gebraucht habe. Tatsächlich bin ich meine vorherigen Versuche immer sehr streng angegangen. Es gab klare Vorsätze und wenn die mal nicht umsetzbar waren (Krankheit, Reise oder Leben) war das Projekt „täglich zeichnen“ auch schon wieder vom Tisch. Wortwörtlich.

Es mussten also neue Spielregeln her. Mir hat es geholfen, den Druck aus der Aktion zu nehmen und zu sagen: Es reicht, den Stift in der Hand gehabt und einen Strich gemacht zu haben. In meinem Fall habe ich auch mal ältere Bilder weiter ausgearbeitet oder Skizzen verfeinert, wenn mir nicht nach was Großem oder Neuen war. Tatsächlich habe ich es so geschafft, Spaß daran zu finden, an Bildern über mehrere Tage verteilt zu arbeiten. Das gelang mir früher fast nie, weil Bilder über Wochen liegen geblieben sind und ich dann keine Verbindung mehr zu ihnen hatte.

Die Grund-Idee habe ich übrigens nicht selber gehabt, sondern in einem von Sycras Videos aufgeschnappt.

Austausch ohne dem Druck der Masse

Nicht mehr ganz geheimes Scribble

Ein weiterer Punkt, der mir fast noch mehr hilft als der Mut zum Scheitern, ist der Austausch mit einer Freundin.  Wir gehen das Projekt „täglich Zeichnen“ zusammen an. Jeder auf seine Art und Weise – meine Freundin hat sich beispielsweise für jede Woche ein neues Thema ausgedacht. Bei unserem Austausch geht es gar nicht so sehr um krönendes Feedback oder Kritik, sondern einfach darum, sich gegenseitig zu motivieren. Anders als beim Upload in den Sozialen Medien fällt hier der Leistungsdruck weg. Es ist okay, wenn es mal ein total lächerliches Scribble ist. Wenn ich solche Scribbles hochladen würde, würde das nicht nur an meiner Reichweite nagen, sondern auch an meinem Ego. Und sowieso möchte man ja nicht alles mit der ganzen weiten Welt für immer und ewig geteilt sehen.

Meine bisherigen Bilder

Ende 2016

Wie gesagt, Mitte Dezember habe ich mit dem täglich Zeichnen angefangen. Ein Großteil der Ergebnisse ist auf dem iPad in ProCreate entstanden. Ich verwende hier meist angepasste Standard-Brushes, Tara’s Oval Sketch und Max Shader Pastel :)

2017: #365DoodlesmitJohanna

Dieses Jahr mache ich bei der Doodle-Challange von Johanna Fritz mit. Neue Themen gibts soweit ich weiß dann über ihren Newsletter.

Wie sah dein kreativer Start ins neue Jahr aus?
Ich freue mich auf Berichte und Bilder!

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