Bilder sind da, um angeschaut zu werden. Man hängt sie sich gerne an die Wand. Leider verblassen sie manchmal durch die UV-Strahlung der Sonne viel zu schnell. Wie lichtbeständig sind also Copic Marker?

Das habe ich getestet. So viel vorweg: das Ergebnis ist ziemlich erstaunlich! In diesem Beitrag gehe ich dieser Frage auf den Grund und beschreibe, wie man dem Ausbleichen der Bilder entgegenwirken kann.

UPDATE: Nelia hat für UMECKEN.de den Test mit Neopikos wiederholt. Die Ergebnisse befinden sich am Beitragsende.

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Das ist mein erster Test dieser Art. Er genügt daher keinen strengen wissenschaftlichen Ansprüchen und hat auch ein paar Mankos. Im Punkt „Testbedingungen“ gehe ich näher auf diese Problematiken ein.

Für diesen Beitrag gilt, anders als für die anderen Marker Chemistry Beiträge – ich spreche ausschließlich und nur von Copics. Andere Marker waren mir nicht verfügbar. Es ist aber nicht unwahrscheinlich, dass auch diese ähnliche Ergebnisse liefern.

Test: Wie lichtbeständig sind Copic Marker?

Test-Aufbau

umecken_copic-lichtechtheit-stand0Für diesen Test habe ich auf einem Zeichenkarton verschiedene Farben aufgetragen und die Papiere zur Hälfte abgedeckt. Danach hingen sie im Zeitraum vom 14. Februar bis zum 28. Februar diesen Jahres an meinem sonnigsten Fenster.  Da werden sich die Leute, die beim Bus gewartet haben aber gewundert haben! Wirklich viel direkte Sonne haben sie aber nicht abbekommen. Schließlich ist aktuell ja nicht unbedingt die Sonnen-reichste Jahreszeit. Insgesamt also nur 14 Tage durchwachsenes Winterwetter.

Rechts ist der erste Stand zu sehen. Also direkt nach dem Auftragen der Farben.

Zu den Testbedingungen: Es gibt mehrere Faktoren, die den Test ungenau machen. Allen voran die Tatsache, dass die Sonneneinstrahlung pro Tag nicht immer gleich war. Der schwarze Karton, den ich zum Abdecken verwendet habe, ist eventuell nicht 100% lichtundurchlässig. Außerdem habe ich die Rückseite nicht schwarz abgedeckt. Es kann daher sein, dass durch Reflektion an meiner inneren Jalousie Licht, das dann von hinten durch das Papier schien, die Farben verändert hat. Ich denke dass sich dadurch auch erklären lässt, warum BV00 auch im abgedeckten Bereich blasser geworden ist.

Nach einem Tag

Veränderung nach einem Tag

Veränderung nach einem Tag

Offen gestanden war ich unglaublich neugierig und habe bereits nach einem (wolkenverhangenen grauen) Wintertag unter die Abdeckung geschaut. Was ich da entdeckte hat mich schon ziemlich schockiert, denn ich hätte nicht damit gerechnet, dass bereits nach nur 24 Stunden die ersten Farbveränderungen auftreten würden!

Nach nur einem Tag beginnen die Blau-Anteile von BV00 auszufallen. Das heißt die Farbe wird blasser und vor allem wärmer. Das habe ich auch bei meiner Farbtabelle beobachten können, die ich immer wieder gerade bei der BV-Reihe nachzeichnen musste. Meine Farbtabelle liegt übrigens die meiste Zeit in meinem Schrank – ist also vor Licht geschützt.

Nach einer Woche

Nach einer Woche sind sieht man auch bei weiteren Farben deutliche Veränderungen.

Stark verblasst sind B66, R02 und RV 25. V000 ist nach dieser Woche aus dem Rennen – die Farbe ist so blass, das sie vom Scanner nicht mehr erfasst wird. Mit bloßem Auge ist sie noch als Grauschleier erkennbar – vergleichbar mit dem Effekt, den der Copic Blender kurzfristig hat, wenn er das Papier befeuchtet).

Keine merklichen Verändernungen sind bei W-7, E29, B04, R24, R59, RV69, BV04, BV29. Bei G29 und YG67 sind die Farbveränderungen nur sehr marginal.

Bei den restlichen bisher nicht genannten Farbtönen gab es leichte Farbveränderungen.

Vorher-Nachher-Vergleich:

Nach zwei Wochen

Das Ergebnis nach einer weiteren Woche sieht relativ ähnlich aus. Die bisher auffälligen Farben sind weiterhin stärker verblasst.

Es sind nun auch bei fast allen Farben Abweichungen erkennbar.

Lediglich bei W-7, B29, R24 und R59 sind keine Veränderungen sichtbar.

Vorher-Nachher-Vergleich:

 

Test: Wie lichtbeständig sind Neopikos?

Test-Aufbau

Der Test-Aufbau gestaltete sich ähnlich wie bei den Copic Markern.

Nach einer Woche

Schlussfolgerung

Das Ergebnis ist doch sehr eindeutig – besonders pastellige Farben sind sehr lichtunbeständig. Das ist nicht nur bei Copics so, sondern generell bei vielen Pigmenten. Die meisten kräftigen Farben haben sich stark bis mittelmäßig verändert. Nur die dunklen Farbtöne halten hier noch am Besten.
Trotzdem ist das Ergebnis aus meiner Sicht mangelhaft. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass die Veränderungen bereits nach zwei Wochen so extrem sind. An dieser Stelle muss ich noch einmal betonen: wir haben Winter und meist schlechtes Wetter. Die Sonnentage dieser vergangen Wochen kann ich einer Hand abzählen. Zumal die Sonne hier erst ab Mittag scheint.

Gut zu erkennen ist allerdings auch, dass sich die Farben in etwas gleich verändern. Das heißt, dass man das Verblassen unter Umständen nicht direkt oder nicht negativ bemerken muss. Alles eine Frage der Einstellung.

Wie kann ich meine Bilder schützen?

UV-Schutz-Sprays

Es gibt spezielle UV-Sprays zum Schutz von Bildern. Das Problem ist, dass diese in der Regel auf Alkoholbasis sind.  Man muss daher sehr vorsichtig arbeiten, um das Bild nicht zu beschädigen. Ich habe selber lange gesucht, aber leider nichts Passendes gefunden. Zum einen ist mir das Risiko zu groß, meine Bilder zu beschädigen und zum anderen mag ich die Farbveränderungen nicht, die sich daraus ergeben können.

In einem Forum wurde folgendes Spray empfohlen: LASCAUX UV Protext Sprühfirnis. Es kostet um die 20€ und ist auf Alkoholbasis. Das bedeutet, dass es die Marker-Farben anlöst, wenn man es zu dick oder zu flächig aufträgt. Es ist daher wirklich wichtig in äußerst dünnen Schichten zu arbeiten.

Spezielles Glas

Es gibt Bilderrahmen, die zumindest einen Teil der UV-Strahlung nicht durchlassen. Mehr Informationen liefert hier eine Google-Suche mit „UV Schutzglas“.

Schutz vor Sonneneinstrahlung

Last but not least ist die sicherste Lösung eine Aufbewahrung an einem Ort fernab von Licht (und Feuchtigkeit). Das könnte die Familiengruft sein, aber das kann man auch durch eine Aufbewahrung in einem lichtundurchlässigen Ordner an einem dunklen Ort erreichen. Außerdem könnten sich fensterlose oder extrem dunkle Zimmer eignen. Ein bestimmtes Risiko bleibt natürlich.

Hochwertige Kopien aufhängen

Keine Lösung – aber eine Möglichkeit das Bild trotzdem zu sehen, obwohl es eigentlich sicher aufbewahrt ist. Einen Druck kann man gegebenenfalls ersetzen. Das Original nicht.

Gar nicht mehr mit Copics zeichnen?

So weit würde ich nicht gehen. Copics sind ein spezielles Medium und ziemlich cool, das kann man nicht verneinen. Allerdings finde ich, dass das ein Problem ist, dessen man sich bewusst sein sollte, wenn man Bilder aufhängen möchte. Ganz besonders eben Bilder mit Copics. Wie gesagt verblassen auch andere Farben. Hochwertige Künstlerfarben haben aber in der Regel Angaben zur Lichtechtheit. Wer generell mal wissen möchte, wie Lichtechtheit gemessen wird, dem möchte ich folgenden Artikel über Druckfarben und die Wollskala an’s Herz legen: Lichtechtheiten der Druckfarben.

Meine ganz persönliche Konsequenz daraus ist allerdings das was ich ohnehin schon mache – ich zeichne Aufträge nur auf Wunsch des Kunden mit Copics. Eine Ausnahme stellen Sammeltauschkarten (Kakao-Karten) dar, die in der Regel in einem Ordner aufbewahrt werden.

Was mich jetzt aber brennend interessiert:

Wusstest du, dass Copics nicht lichtbeständig sind?
War das für dich bisher wichtig und hast du darauf geachtet?

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